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Am Tag seiner Geburt war die Wiese vor dem Haus seiner Eltern rau und
grau vom Reif, der Himmel blau und die Luft frisch wie er selbst – und
immerhin hing das Sternbild des Löwen im All. Man schrieb das Jahr
1968. Im Alter von 2 Wochen wurde er auf den Namen Bernhard Johannes
Moshammer getauft und also als Christ sofort wiedergeboren. Danach folgten
Kindheit, Messdienst, Schulzeit, Fußball, Gitarren, geschlechtliche
Reife, Ängste und all das. Er wurde früh von der Liebe enttäuscht,
hat es aber mittlerweile zu einer Ehefrau und 2 Kindern gebracht. Englischsprachige
Freunde nannten ihn immer Bernie oder Bern, einer liebte die Umlaute
und schrieb Börn. Er ist einer von denen, die sich als zumeist
glücklich und selten zufrieden bezeichnen würden. Er ist ein
kapitaler Spätzünder und hofft so auf ein sehr langes Leben
und richtig gigantischen Erfolg. Er ist schon irgendwie seltsam, aber
eigentlich auch nett. Ganz normal. Bernhard Moshammer hat schon ziemlich viel geschrieben, aber Gott sei Dank erst seinen Roman ZEIT DER IDIOTEN beinahe veröffentlicht. Der ist dafür wirklich gut. Wütend, lustig, verzweifelt, wild. So etwas wie den Nobelpreis erwartet Herr Moshammer nicht unbedingt, aber die Kohle hätte er schon gern. Er würde das meiste auch spenden – seine Familie könnte freilich noch den einen oder anderen möglicherweise gar nicht unvernünftigen Einwand gegen diesen Plan beisteuern. Sowohl Börn als auch Herr Moshammer arbeiten wie ein Tier. Das alles ist also noch lange nicht alles gewesen. 2007
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