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Am Tag seiner Geburt war die Wiese vor dem Haus seiner Eltern rau und
grau vom Reif, der Himmel blau und die Luft frisch wie er selbst – und
immerhin hing das Sternbild des Löwen im All. Man schrieb das Jahr
1968. Im Alter von 2 Wochen wurde er auf den Namen Bernhard Johannes
Moshammer getauft und also als Christ sofort wiedergeboren. Danach folgten
Kindheit, Messdienst, Schulzeit, Fußball, Gitarren, geschlechtliche
Reife, Ängste und all das. Er wurde früh von der Liebe enttäuscht,
hat es aber mittlerweile zu einer Ehefrau und 2 Kindern gebracht. Englischsprachige
Freunde nannten ihn immer Bernie oder Bern, einer liebte die Umlaute
und schrieb Börn. Er ist einer von denen, die sich als zumeist
glücklich und selten zufrieden bezeichnen würden. Ein kapitaler
Spätzünder, der also auf ein sehr langes Leben und richtig
gigantischen Erfolg hofft. Er ist schon irgendwie seltsam, aber eigentlich
auch nett. Ganz normal. Obwohl er dazu neigt, das Einzelgängerische
zu übertreiben. Rotkopf, Off, 1996 Im Jahr 2006 hat er zwei Abende mit Patti Smith gespielt und gesungen – das
hat ihn sehr berührt. Arbeiten als (Co-)Produzent: Bernhard Moshammer hat schon einiges geschrieben, aber Gott sei Dank wird erst sein kleiner Roman Zeit Der Idioten veröffentlicht (Milena Verlag, Wien, September 09). Der ist dafür wirklich gut. Wütend, lustig, verzweifelt, wild. So etwas wie den Nobelpreis erwartet Herr Moshammer nicht unbedingt, aber die Kohle hätte er schon gern. Er würde das meiste auch spenden – seine Familie könnte freilich noch den einen oder anderen möglicherweise gar nicht unvernünftigen Einwand gegen diesen Plan beisteuern. Sowohl Börn als auch Herr Moshammer arbeiten wie ein Tier. Das alles ist also noch lange nicht alles gewesen. 2009
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