1996 wurde das erste Rotkopf-Album OFF produziert.
Ich war Songschreiber, spielte alle Instrumente und sang in wienerischem Dialekt (manche sagen st.pöltnerischem – den Unterschied macht angeblich die Aussprache und, naja, das Fehlen eines gewissen unbewussten morbiden Zynismus, den ich in manchen dieser alten Texte assimiliert zu haben scheine).
Mein Freund Polio Brezina programmierte meisterlich die drums, nahm das Ganze auf, mischte und war obendrein Produzent – gemeinsam mit Helmut Bibl, einem weiteren Freund und fantastischen Blues-Rock Gitarristen, der auch auf zwei Songs spielte.
Die Platte jetzt zu hören ist fast befremdlich für mich. Nicht, weil ich sie nicht mag – es ist mehr wie mit einem guten Freund, den man schätzt, aber aus den Augen verloren hat. Jedenfalls weiß ich von mehr als zwanzig Menschen, die das Album wirklich mögen. Es ist nirgendwo erhältlich.

Gemeinsam mit Polio, der sich spontan bereiterklärte Bass zu spielen, und dem befreundeten, sehr emotionalen drummer Phillip Rauchwarter aka Fips, wollte ich aus Rotkopf eine live-band machen. Es dauerte nicht lange, bis wir unseren eigenen Sound gefunden hatten, denn wann immer Fips einzählte, folgte langsamer, schwerer Rock´n´Roll. Es war wunderbar. Ich fühlte mich, als ob ich bei Crazy Horse mitspielen würde – immer noch meine Lieblings-Rock´n´Roll-Band.
Wir gingen ins Studio, um ZEHN WAHRHEITEN aufzunehmen. Ich mag immer noch die Kraft, die Kompromisslosigkeit und Sturheit dieser Platte. Und ich kenne drei, nein vier, die sie unglaublich gut finden. Wieder veröffentlichten wir ohne Label-Unterstützung, spielten ungefähr zehn Gigs, und das war´s. Das war Rotkopf.

Wenn du an einer dieser Platten interessiert sein solltest, nimm bitte Kontakt zu mir auf.